König Jakobus I. von Aragonien ließ sie 1230 zum Dank für die Eroberung Mallorcas an der Stelle einer ehemaligen Moschee errichten und schuf damit unbeabsichtigt ein historisches Paradoxon: Wer in der Kathedrale von Mallorca vor dem Altar kniet, tut dies in Richtung Mekka und nicht in Richtung Jerusalem.
Die Kathedrale von Palma ist die zweitgrößte gotische Kathedrale der Welt. Ihr Bau dauerte vier Jahrhunderte (Eröffnung 1601) und sie ist eines der berühmtesten Gebäude Europas, da sie fast alle Kunststile seit dem Mittelalter umfasst. Sie wurde aus dem berühmten Marés-Sandstein Mallorcas erbaut, der in der Sonne blassgolden schimmert, und dominiert die Skyline von Palma, da sie die Stadt überragt.
Um die Wende zum 20. Jahrhundert lud der Bischof von Mallorca Antoni Gaudí ein, an der Kathedrale von Palma mitzuarbeiten. Einige von Gaudís Ideen wurden zwar übernommen, doch waren es sein Schüler Joan Rubio und sein Kollege Gillem Reynes, die die letzte Phase der Arbeiten vollendeten.
Die spektakulärste der drei Fassaden ist die Südfassade mit Blick auf die Bucht von Palma, an der man den gotischen Stil mit dekorativen Elementen wie Wasserspeiern, Geländern und Türmen deutlich erkennen kann.
Aber das Rosenfenster ist das wahre Wunder und zieht die Menschenmassen an. Mit einem Durchmesser von 14 Metern und 1236 Glasscheiben ist es das größte gotische Fenster (bekannt als Gotisches Auge) der Welt.
An nur zwei Tagen im Jahr, am 02. Februar und am 11. November, lässt die Position des Fensters das morgendliche Sonnenlicht durch das riesige östliche Fenster fallen und spiegelt sich unter seinem kleineren westlichen Gegenstück, so dass der Eindruck entsteht, die Kathedrale sei von innen beleuchtet. Dieses erstaunliche Phänomen ist natürlich kein Trick des Lichts, sondern das Ergebnis eines mathematischen Genies vor Hunderten von Jahren. Die Kathedrale macht ihrem Ruf als "Kathedrale des Lichts" alle Ehre.
Wer keine Höhenangst hat, kann eine Führung durch die Terrassen der Kathedrale machen, die bis zu zwei Monate im Voraus gebucht werden kann.
Für diejenigen, die lieber mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben möchten, sind die vielen Türme und Spitzen am eindrucksvollsten, wenn man sie vom Meer aus betrachtet oder nachts, wenn sich die Kathedrale im Wasser des Parc de la Mar spiegelt.
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